Seit Tagen spielen wir schon mit der Vorfreude, uns abends in Livorno in eine Bar aufzumachen. Der Messman schwärmt von einer in Fußnähe gelegenen Bar, der einzigen in Europa, die ohne Taxi zu erreichen ist. Ich ziehe ihn damit auf, dass er ein Mädchen dort hat, Max meint, es wäre wegen dem Wifi. Ich werde vielleicht schon früher losgehen um durch Livorno zu schlendern. Wir fahren an Mallorcas nordöstlicher Gebirgskette vorbei, auch heute ist der Himmel gewohnt blau und wolkenfrei, dafür ist es aber spürbar kälter. Es ist ein ruhiger Sonntag, der Raum für Gespräche offenlägest. Aus den Kabinen drängen alle Arten von Geräuschen auf die Gänge, jeder ist damit beschäftigt, sich zu erholen und hört Musik, schaut einen Film oder beschäftigt sich wie sich immer mit seinem digitalen Spielzeug. Es ist das erste Mal, dass ich seit unserer Abfahrt in Turbo die gesammelte Crew nur hinter ihren Türen, diese Kulisse bietend, erlebe.
Im Crewraum neben der Küche treffe ich den Bosun, der seinen grünen Tee zum Ausspülen trinkt und Zigaretten raucht. Auch er will mitkommen morgen um mal wieder mit seiner Familie zu sprechen und auf Facebook die neusten Nachrichten seiner Freude zu verfolgen. Nach seiner dritten Kippe verabschiedet auch er sich zum Mittagsschlaf und ich folge der allgemeinen Sonntagsnachmittagsstimmung. Auch das Mittelmeer bietet das allumspannende Blau. In der Ferne ist kein Küstenabschnitt und kein Gebirgshügel zu erkennen.
Am Abend, der Slopchest hat noch einmal geöffnet, bestelle ich Bier und Zigaretten als Dankeschön für die Crew, mache mit dem Master meine Dollarabrechnung meiner Einkäufe und spreche mit ihm die Details meines entborden in Genua ab.